Klimawandel und Klimawandelanpassung standen im Zentrum des Informations und Diskussionsabends zu dem die GRÜNEN Eisenstadt vergangenen Donnerstag ins Volksbildungswerk geladen haben (siehe auch die Ankündigung).

Mag. Erwin Mayer von „mehr demokratie“ hat drastisch vor Augen geführt, wo die gesamte Erde hinsteuert, wenn nicht schnell radikale Entscheidungen getroffen werden. „Ich glaube nicht, dass Politiker*innen diese Entscheidungen treffen können – sie würden ihre Wiederwahl gefährden“, sagt  er und argumentiert für Bürger*innen-Räte. Für diese werden Menschen per Zufallsprinzip ausgewählt – alt und jung, Frauen und Männer, alle politischen Meinungen und sozialen Schichten finden sich bunt gemischt wieder. Diese Räte sollen Entscheidungen für die Politik oder die Bevölkerung vorbereiten. Mayer: „Vorarlberg ist hier Vorreiter – unzählige Bürger*innen-Räte haben bereits in den Gemeinden und im Land stattgefunden. Die Landespolitik unterstützt diese Initiativen.“ Zum Thema Klimaschutz laufen zur Zeit Bürger*innen-Räte in Großbritannien.

Mag. Alexandra Fischbach von der Raumplanung im Burgenland stellt die positiven Anreize des neuen Raumordnungs-Gesetzes dar – für weniger Flächenversiegelung, Naturraum-Erhaltung und interkommunale Zusammenarbeit. Auf Nachfrage gesteht sie ein, dass Bürgermeister*innen mit Altlasten wie Baulandreserven umgehen müssen und der Druck auf sie groß ist. Das Durchgriffsrecht der Raumplanung ist noch eingeschränkt – wenn alle Gemeinden ein örtliches Entwicklungskonzept erstellt haben, ist sie zuversichtlich, dass die Auswirkungen einer durchdachten Raumplanung auch sichtbar sind. Landtagsabgeordnete Regina Petrik meldet sich aus dem Publikum zu Wort: „Rechtsvorschriften erleichtern es den Bürgermeister*innen, Bürger*innen mit Einzelinteressen unter Druck nicht nachgeben zu müssen.“

DI Vera Enzi ist Geschäftsführerin von grünstattgrau, einer Plattform für Bauwerksbegrünung. Bezugnehmend auf Eisenstadt meint sie: „Für Klimaveränderungsanpassung ist das Mikroklima entscheidend. Auch wenn es in einer Stadt viele Bäume und Natur gibt, können in stark bebauten Zonen Hitzeinseln entstehen.“ Wenn Beton und Asphalt in der Nacht die tagsüber gespeicherte Wärme abgeben, komme es zu sogenannten Tropennächten. Diese sind für ganz junge und ältere Menschen gesundheitlich beeinträchtigend und führen zu einem Leistungsverlust bei der arbeitenden Bevölkerung. Maßnahmen für ein kühleres Mikroklima sind insbesondere für die Belebung der Innenstadt unumgänglich, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Hier braucht es einen Mix von Bäumen, Fassadenbegrünung und Wasserzonen, die für Verdunstungskühle sorgen.

Gemeinderätin Anja Haider-Wallner zieht ein Fazit: „Für Grün-Färberei ist es längst zu spät Es reicht nicht, da und dort Kleinigkeiten zu verändern und ‚more of the same‘ zu machen. Wir brauchen ein radikales Konzept, die Stadt muss investieren und möglichst viele Bürger*innen miteinbeziehen. Packen wir es gemeinsam an, damit Eisenstadt lebenswert bleibt!“

Auf den Fotos v.l.n.r: Vera Enzi, Alexandra Fischbach, Anja Haider-Wallner, Brigitte Weber (Organisatorin) und Erwin Mayer

Nachfragen: Anja Haider-Wallner | 0650/ 40 74 741 | anja.haider-wallner@gruene.at

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