Nach einem inhaltliche Einstieg von Elke Szalai im Volksbildungswerk und einer grundlegenden Einführung in Mobilität und Verkehr machten sich 2 Gruppen auf, Eisenstadt zu erkunden und Fragen zu Sicherheit, Aufenthaltsqualität und allem, was ihnen sonst so aufgefallen ist zu beantworten. Die Basis dafür hatten wir vor dem Start mitbekommen:

  • Verkehr entsteht, weil wir mobil sein wollen → also aus Mobilitätsbedürfnissen
  • Es lohnt sich also eine klare Zielgruppe für Maßnahmen festzulegen, deren Mobilitätsbedürfnis erfüllt werden soll.
  • Weiters ist unbedingt erforderlich für alle Vorschläge, die planerischen Regeln, Zuständigkeiten und die Straßenverkehrsordnung zu kennen und zu beachten, um Akzeptanz zu erzielen.
  • Viele der Wege, die wir machen und die Verkehrsmittelwahl, werden von Einzelpersonen begründet → es gibt immer einen Grund für eine bestimmte Wahl, aber auch für die Wahl des Weges → die nebenbei Nutzung ist wichtig bei der Wahl der Weg.
  • Aus der sozioemtrischen Aufstellung wurde deutlich, dass wir alle für die Verkehrsmittelwahl einen Grund hatten. Diesen haben wir mit Zeit, Anschlusswegen, Wegeketten, Wetter, … begründet. Dieses sehr persönliche Wissen um Entscheidungen gilt es für eine erfolgreiche Umsetzung von planerischen Maßnahmen zu bedenken! Jedes „weil“ … ist nach berechtigt!

Route 1 (max. 4 Haltepunkte): Esterhazyplatz – Museumgasse – Kalvarienberggasse – Ecke St. Rochusgasse / St. Martin Straße

Route 2 (max. 4 Haltepunkte): Matthias Marchl Gasse – St. Martin Straße – Bahnstraße / Ödenburger Straße – Ecke Ruster Straße / St. Rochusgasse

Die Auswertung erfolgte in der Großgruppe und es wurden die Ergebnisse der beiden Routen gleich zusammengeführt. Die Fotos der beiden Flipchartbögen zeigen die wichtigsten Aspekte pro Haltepunkt, die auf den Erhebungsbögen notiert wurden.

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Generelle Statements:

  • Quartiere / Stadtteile waren sehr unterschiedlich
  • Es überwiegen getrennte Nutzung entlang der analysierten Straßenräume – mehrheitliche Nutzung dominiert / Quartiert.
  • Es gibt an den Haltepunkten häufig eine starke Orientierung am MIV und teilweise unübersichtliche Kreuzungen für alles Verkehrsteilnehmer*innen und Mobilitätsarten.
  • Es gibt an Haltepunkten oft wenig grün und Beschattung, was die Aufenthaltsqualität vermindert.
  • In vielen Bereichen, die begangen wurden, dominiert fahrender oder stehender Autoverkehr.
  • In vielen Bereichen ist die Verteilung zwischen MIV und Langsamverkehr sehr ungleich zu Lasten des Langsamverkehrs → schmale Gehsteige, kaum barrierefrei, kaum sichere Radwege oder Überfahrten, … jedoch breite Fahrspuren für Autos sowie parken oft an beiden Seiten erlaubt.
  • Wenig Möblierung im Straßenraum auf den beiden Routen, die begangen wurden (es fehlen Bänke, Bäume, Wegweiser, …)

In der Vorstellung der einzelnen Punkte zeigte sich deutlich, dass es einige Maßnahmen gäbe, die große strategische verkehrs- und stadtplanerische Entscheidungen erfordern würden.

Erste Schritte:

  • In der europäischen Mobilitätswoche die Haydngasse temporär autofrei machen.
  • Erhebung / Verkehrszählung in der Haydngasse oder besser Befragung von Menschen, die durchfahren – Gründe dafür, Fahrziel, …
  • Erhebung / Verkehrszählung an der Volksschule – Aktionen, wie Zitronen an Autofahrer*innen verteilen, .. (siehe Klimabündnis Ö Aktionen)
  • Zebrastreifen und Markierungen an den Haltepunkten überarbeiten und auch überlegen, welche Markierungen es unbedingt braucht und welche weggelassen werden können.
  • Auf Eisenstadt-Plan gemeinsam erarbeiten, welche Nutzung in welchem Stadtquartier mehrheitlich stattfindet, welche Mobilitätsarten bevorzugt stattfinden und Punkte auswählen, für die im Rahmen der Stadtentwicklung Maßnahmen entwickelt werden sollen.
  • Kleine Interventionen, wie eine Perlenkette denken → bspw. Beim jüdischen Viertel zum Krankenhaus starten, ..
  • Verbindungen zwischen ruhigen Stadtviertel schaffen.

Ideen, die in Eisenstadt funktionieren könnten:

  • an ausgewählten Kreuzungen weniger Verkehrsschilder anbringen → mehr aufeinander achten schulen
  • „Superblock“ idee aufgreifen → kleine Stadtteile autofrei machen, Nutzungen mischen und damit den Langsamverkehr und Begegnungszonen, Aufenthalt auf vorhandenen Plätzen ermöglichen
  • Fahrradwege forcieren und gut beschriften
  • Durchgänge für Fußgänger*innen deutlich kennzeichnen, um die kurzen Wege in der Stadt zu forcieren

Ausgewählte Quellen zu den genannten Themen:

Alle diese Quellen verweisen auf Projekte, die anderswo umgesetzt wurden. Es gilt immer zu prüfen, ob die sogenannten guten Beispiele sich auch für die eigenen Ziele eignen. Wir werden die Inputs und Ableitungen daraus in unserer Klausur im Jänner verfeinern und uns aktiv in die Evaluierung des Stadtentwicklungsplans einbringen.

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